PATIENTENKOMPETENZ - NACHHALTIG STÄRKEN!

Die Patienten selbst sind vor allem in der Therapie von Krebserkrankungen eine Ressource, die vielfach ungenutzt bleibt. Dabei könnten sie als Experten in eigener Sache viel zum Behandlungserfolg beitragen. Wir wollen diese Ressource nutzen und dafür sorgen, dass sich Betroffene bestmöglich über ihre Erkrankung und deren Behandlung informieren und selbstständiger handeln können. Ein großes Anliegen ist es uns beispielsweise, dass für Patienten transparent wird, welche Therapieoptionen für sie zu Verfügung stehen und wo diese Optionen in welcher Qualität angeboten werden. Hier sehen wir unsere Aufgabe darin, Informationsangebote zu entwickeln, die Patienten als Kompass dienen können.

Wir sind der Ansprechpartner zum Thema Patientensicherheit in Deutschland.

In den vergangenen Jahren wurden über unsere Arbeits- und Expertengruppen viele Handlungsempfehlungen für Health Professionals und Patienten erstellt und politische Stellungnahmen und Positionspapiere zu verschiedenen Themen erarbeitet, die national und international große Beachtung gefunden haben.

Wir freuen uns sehr, dass wir nun zusammen mit Vision Zero den Focus auf die onkologische Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland legen. Das Motto „Gemeinsam gegen Krebs“ legt nahe, dass alle an der Forschung und Behandlung Beteiligten zusammen mit Patientinnen Patienten und Angehörigen das Wissen und die Kraft in die Behandlung von Krebserkrankungen legen.

Nun sind die Handlungen der Beteiligten und demzufolge die Behandlungen von Patientinnen und Patienten nicht immer fehlerfrei. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Wir sprechen von unerwünschten Ereignissen bzw. dort, wo sie vermeidbar wären, von vermeidbaren unerwünschten Ereignissen. Insbesondere aufgrund unserer Erfahrungen mit vermeidbaren unerwünschten Ereignissen sind folgende zwei Handlungsempfehlungen veröffentlicht worden:

  • Intravenöse Applikation von Vincristin sicherstellen
  • Einsatz von Hochrisikoarzneimitteln – Oral appliziertes Methotrexat

Auch die allermeisten allgemeinen Handlungsempfehlungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit sind ebenfalls für die Health Professionals und die Patientinnen und Patienten in der Onkologie gültig.

Nach unserer Definition der Patientensicherheit ist grundsätzlich die Patientensicherheit in der Onkologie ebenso in den Blick zu nehmen wie in den anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung in Deutschland:

„Patientensicherheit ist das aus der Perspektive der Patienten bestimmte Maß, in dem handelnde Personen, Berufsgruppen, Teams, Organisationen, Verbände und das Gesundheitssystem
1. einen Zustand aufweisen, in dem unerwünschte Ereignisse selten auftreten, Sicherheitsverhalten gefördert wird und Risiken beherrscht werden,
2. über die Eigenschaft verfügen, Sicherheit als erstrebenswertes Ziel zu erkennen und realistische Optionen zur Verbesserung umzusetzen, und
3. in der Lage sind, ihre Innovationskompetenz in den Dienst der Verwirklichung von Sicherheit zu stellen.“

In der Versorgung sehen wir überall die gleichen Probleme, die zu vermeidbaren unerwünschten Ereignissen bei der Behandlung führen und damit Patienten schaden: Die Kommunikation, die Schnittstellenprobleme, ob sektorenübergreifend oder innerhalb eines Sektor und/oder einer Organisation, die Indikations- und Diagnosequalität, die Arzneimitteltherapiesicherheit und die Medizinproduktesicherheit.
In der Behandlung onkologischer Patientinnen und Patienten haben die Themen Aufklärung und Beteiligung der Patientinnen und Patienten, Überversorgung, regelmäßige Anpassung der Therapieziele, Zweitmeinungen, Hochrisiko-Arzneimittel, zeitgereichte Befundübermittlung, Diagnosesicherung, Verwechselungen von Patienten, Proben oder Befunden allerdings eine erhebliche und besondere Bedeutung.

 

  • Wir begrüßen, dass onkologische Behandlungen zukünftig überall auf dem gleichen Niveau durchgeführt werden.
    Hier ist eine Zentrumsstruktur mit einer sektorenübergreifenden Anbindung von weiteren Leistungserbringern notwendig.
  • Krebsbehandlung ist Teamarbeit. Wir begrüßen die Initiative, die Patienten in die Behandlung als aktive Partner (Verständnis der Therapie durch patientengerechte Information, Motivation, Ermutigung) mit einbindet, sie befähigt, als Partner dieser Therapie auch mögliche unerwünschte Ereignisse zu erkennen und darauf aufmerksam zu machen (Speak Up).
  • Wir begrüßen die Einbindung von Patienten in die Tumorboards.
  • Wir begrüßen die Etablierung von molekularen Tumorboards (Biomarker, genetische Disposition).
  • Wir begrüßen ein Closed Loop System für die Arzneimittelversorgung, sowohl in der stationären als auch ambulanten Patientenversorgung. Dies einschließlich der elektronisch gestützten Nachvollziehbarkeit von Indikation/ Anordnung/ Herstellung/ Ausgabe: Apotheke/Leistungserbringer und Leistungserbringer/Patient.
  • Wir begrüßen eine deutliche Initiative hin zu Patient Reported Outcome Measures (PROMS), besser noch ergänzt durch Patient Reported Experience Measures (PREMS), die den Einbezug der Patienten verstärken.
  • Wir begrüßen ebenfalls die Mindestmengen und Zentrenbildung sowie die Spezialisierung.
  • Wir begrüßen, dass alle an der Forschung und Behandlung Beteiligten, die Patientensicherheit als ein Entscheidungskriterium begreifen.

Wir freuen uns sehr, Vision Zero mit unserer Expertise im Thema Patientensicherheit zu unterstützen!

 

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